Ausstellung

Curtis - The North American Indian

Ein Fotograf und sein Mythos

Nordamerika Native Museum NONAM, 8008 Zürich
Seefeldstrasse 317 Zürich ZH 8008

Curtis' Werk ist der Inbegriff des stereotypen Indianerbildes. Unsere Vorstellung der indianischen Bevölkerung hat es ebenso geprägt wie die Werke des Schweizer Indianermalers Karl Bodmer oder die Abenteuerromane von Karl May. So berühmt seine Bilder sein mögen, so wenig bekannt ist die komplexe Geschichte, die seinem Hauptwerk "The North American Indian" zugrunde liegt. Zwischen 1907 und 1930 erschienen, gilt es bis heute als eine der umfassendsten und kostspieligsten dokumentarischen Arbeiten. Es ist geprägt von extremen künstlerischen Ambitionen, bewegt sich zwischen Manipulation und Dokumentation, wird glorifiziert oder aufs Schärfste kritisiert. Die Fotografien von Curtis haben nicht nur Stereotype geschaffen, sie haben den Fotografen selbst zum Mythos gemacht – nicht zuletzt auch durch die Auswahl der immer selben Bilder. Die Ausstellung beleuchtet die Bandbreite und Widersprüche von Curtis' Werk. Wie entstanden diese Bilder und Texte und in welchem Verhältnis stehen sie zur Fotografie, Ethnologie und Politik dieser Zeit? Die Geschichte von "The North American Indian" ist nicht nur eine von Superlativen und Stereotypen.